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Schlafstörungen behandeln – kann man schlafen lernen?

Wer wenig schläft, hat mehr vom Tag, mag man meinen. Doch wer unter Schlafstörungen leidet wird schnell zum Schatten seiner selbst. Schlafmangel schadet der geistigen und körperlichen Gesundheit während ausreichend Schlaf schön und sogar schlank machen kann. Zum Glück kann man Schlafstörungen behandeln.

Gesunder Schlaf lässt sich lernen. Jetzt gibt es sogar eine von den Krankenkassen anerkannte, evidenzbasierte Kneipp-Kompaktkur gegen Schlafstörungen. Die dreiwöchige Kur soll Menschen mit lebensstilbedingten Schlafstörungen nachhaltig helfen. Sie findet in Füssen im Allgäu statt.

Herzstück des dreiwöchigen Programms ist die Idee von der „Inneren Ordnung“, zentrale Säule des Kneipp’schen Naturheilverfahrens. Denn Sebastian Kneipp war nicht nur der „Wasserdoktor”, der seinen Patienten kalte Güsse verordnete. Er wollte ihnen vor allem einen gesunden Lebensstil näherbringen und so erfährt man, wie man Schlafstörungen behandeln kann.

Diesen ganzheitlichen Ansatz des Allgäuer Gesundheitspioniers haben die Kneipp-Spezialisten in Füssen zeitgemäß weitergedacht: Die Teilnehmer der Kompaktkur sollen Techniken erlernen und Lebensgewohnheiten einüben, mit denen man Schlafstörungen behandeln kann. Die Techniken sollen außerdem dazu beitragen, die Balance zwischen den eigenen Ressourcen und den Anforderungen des Alltags zu halten. Fragen rund um das Thema beantwortet der Diplom Psychologe, Schlaf Experte und Coach für die Neuausrichtung von Leben, Beruf und Persönlichkeit Sascha Maurer im PODCAST-Interview.

Warum nehmen Schlafstörungen zu?

„Das hat sehr viel mit unserem Lebensstil zu tun. Hektik und Stress lassen uns häufig auch im Schlaf nicht zur Ruhe kommen. Selbst im Bett drehen unsere Gedanken noch ihre Runden.“

Was ist die Folge?

„Nach zu wenig Schlaf sinkt die Konzentration, die Reaktionszeit erhöht sich, der Blutdruck steigt. Depressive Verstimmungen nehmen zu.“

Pärchen beim Schlafen

Warum ist Schlaf so wichtig?

„Schlaf ist mehr als eine Pause. Denn auch in der Nacht arbeitet unser Organismus auf Hochtouren. Das Immunsystem etwa braucht den Schlaf, um sich täglich neu zu regenerieren und Infekten vorzubeugen. Gelerntes kann sich im Gehirn nur festigen, wenn man ausreichend schläft. Bekommt die Seele keine Entspannung, können die Folgen Burn-out und sogar Depressionen sein.“

Was genau passiert im Schlaf?

„Der Erholungsprozess, der in der Nacht stattfindet, wird von einer Vielzahl von Botenstoffen gesteuert, wie etwa vom sogenannten Schlafhormon Melatonin. Eine hohe Konzentration davon im Blut fördert den Schlaf, ein Mangel kann zu Schlafstörungen führen. Auch den Schönheitsschlaf gibt es wirklich. Grund dafür ist unter anderem das Wachstumshormon Somatropin, das Zellschäden in der Haut und im Gewebe repariert. Es ist nicht nur wichtig für eine straffe Haut, es hilft außerdem Fett aus den Körperzellen abzubauen.“

Und wie kann man Schlafstörungen selbst behandeln?

„Ganz wichtig ist es, nicht im Bett liegen zu bleiben, wenn man nicht schlafen kann. Bei Schlafstörungen auch tagsüber nicht schlafen. Den Schlaf eher eine Zeitlang verkürzen, damit man abends sehr müde in Bett geht. Und dann gibt es die den meisten wohl bekannten Regeln wie: schwere Mahlzeiten am Abend vermeiden, nicht mehr als ein Glas Wein oder Bier trinken.“

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Gibt es eine perfekte Schlafumgebung?

„Die ist für jeden Menschen unterschiedlich. Manche mögen abgedunkelte Schlafzimmer, andere dagegen mögen es lieber hell. Frische Luft und eine angenehme Temperatur von etwa 18 Grad und eine ruhige Umgebung sind sicherlich förderlich.“

Was halten Sie von Einschlafritualen?

„Lesen kann helfen zu entspannen, genauso wie Musik hören. Ich empfehle aber eher vor dem Einschlafen verschiedene Dinge auszuprobieren, damit man sich nicht auf das Thema Schlafprobleme fokussiert.“

Und schließlich: kann man vorschlafen oder Schlaf nachholen?

„Leider funktioniert beides nicht wirklich. Man kann aber dafür sorgen, dass man sich durch ausreichend Schlaf nach zu kurzen Nächten wieder erholt und meistens sind dann auch die Tiefschlafphasen besonders intensiv.“

Aufmacherfotos: Damir Spanic

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