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Übermäßiges Schwitzen – diese Methoden helfen!

Der Sommer läuft auf Hochtouren, deshalb ist “übermäßiges Schwitzen”, medizinisch Hyperhidrose genannt, für viele Menschen jetzt ein Thema. Mir war bis dato nicht bewusst, wie viele Menschen unter regelrechten Schweißattacken leiden.

„An meinem Körper läuft der Schweiß geradezu in Tropfen herunter. Ich stehe jeden Tag ratlos vor dem Kleiderschrank und überlege, welches Outfit diese Attacken am besten verdeckt“, erklärt eine Betroffene. Was tun?

Tatsächlich leiden etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland unter übermäßigem Schwitzen, medizinisch als Hyperhidrose bezeichnet. Schweiß, Schweißflecken und ein übler Geruch sind dann ständige Begleiter. Eine große Belastung.

Die Lebensqualität der unter Hyperhidrose Leidenden wird stark eingeschränkt, das soziale Leben kann zum Erliegen kommen. Mediale Aufklärung gibt es nur begrenzt, es handelt sich noch immer um ein Tabuthema. Was man gegen übermäßiges Schwitzen tun kann erklärt die Dermatologin Dr. Helen Haas von der Rosenpark Klinik in Darmstadt im VIDEO-Interview.

Ursachen für übermäßiges Schwitzen

Schwitzen ist lebenswichtig, es kühlt den Körper und scheidet Schadstoffe aus. Ist die Schweißbildung jedoch krankhaft, wünschen Betroffene nichts mehr, als sie zu behandeln. Man unterscheidet zwei Arten der Erkrankung. Bei der sogenannten primären Hyperhidrose liegt eine Fehlfunktion der Schweißdrüsen vor, sie sind überaktiv. Die Betroffenen produzieren im Vergleich zu gesunden Menschen die rund fünffache Menge an Schweiß. Zum Beispiel an den Händen, Achseln aber auch am Kopf, Rumpf oder den Füssen.

Bei der sekundären Hyperhidrose liegt eine Grunderkrankung vor, sie kann zum Beispiel die Folge einer Diabetes sein oder durch Übergewicht (Adipositas) entstehen. Aber auch eine Schilddrüsenfehlfunktion, die Wechseljahre oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten können zu der Krankheit führen.

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Sind öfter Männer oder Frauen betroffen?

“Letztendlich kann es jeden treffen. Nach meiner Erfahrung aus der Rosenpark Klinik und der Bellari sind jedoch Männer häufiger von übermäßigem Schwitzen betroffen als Frauen.”

Wie kann man übermäßiges Schwitzen behandeln?

“Leichte Schwitzformen sind mit konventionellen Antitranspirantien meistens gut händelbar. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist das Einspritzen von Botulinumtoxin, besser bekannt unter dem Namen Botox. Dieses wird in kleinen Abständen in die vermehrt schwitzenden Körperpartien eingespritzt.”

Wie unterstützt Botulinum die Behandlung?

Botulinum verhindert letztendlich eine Signalübertragung vom Nerv auf die zuständige Schweißdrüse. Das ist ähnlich wie in der Faltenbehandlung, nur das bei der Faltenbehandlung die Signalübertragung vom Nerv auf den zuständigen Muskel unterbunden wird.” 

Welche Areale lassen sich so behandeln?

“Prinzipiell lassen sich alle Bereiche gut behandeln, die lokal, also, irgendwo örtlich begrenzt schwitzen. Beispielsweise die Handflächen, die Achseln oder aber auch die Fußsohlen. Es gibt auch Patienten, die unter übermäßigem Schwitzen im Bereich der behaarten Kopfhaut leiden. Auch dieser Bereich lässt sich gut behandeln.” 

Schwitzen in der Sonne

Wie lang hält die Wirkung an?

“Das ist individuell leicht unterschiedlich. Man kann davon ausgehen, dass die Schweißproduktion für ein gutes halbes Jahr eingedämmt ist. Manche Patienten spüren tatsächlich auch länger eine Wirkung die bis zu einem Jahr halten kann.” 

Worauf sollte man nach der Behandlung achten?

Am Tag der Behandlung sowie auch danach, möglichst keine Aluminiumchlorid-haltigen Deodorantien/ Antitranspirantien verwenden, weil diese den Ausflussgang der Schweißdrüse leicht verstopfen und Botox nicht so gut wirken kann. Außerdem ein paar Tage nach der Behandlung keinen Sport treiben und Saunagänge meiden.”

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Titelfoto: iStock.com/AleksandarNakic

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