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Nie mehr schwitzen?

Der Sommer läuft auf Hochtouren. Für viele ein Thema: „Übermäßiges Schwitzen“. Mir war bis dato nicht bewusst, wie viele Menschen unter regelrechten Schweißattacken leiden. „An meinem Körper läuft der Schweiß geradezu in Tropfen herunter. Ich stehe jeden Tag ratlos vor dem Kleiderschrank und überlege, welches Outfit diese Attacken am besten verdeckt“, erklärt eine Betroffene. Was tun?

Tatsächlich leiden etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland unter übermäßigem Schwitzen, medizinisch als Hyperhidrose bezeichnet. Schweiß, Schweißflecken und ein übler Geruch sind dann ständige Begleiter. Eine große Belastung. Die Lebensqualität der unter Hyperhidrose Leidenden wird stark eingeschränkt, das soziale Leben kann zum Erliegen kommen. Mediale Aufklärung gibt es nur begrenzt, es handelt sich noch immer um ein Tabuthema.

Schwitzen ist lebenswichtig, es kühlt den Körper und scheidet Schadstoffe aus. Ist die Schweißbildung jedoch krankhaft, wünschen Betroffene nichts mehr, als sie zu behandeln. Man unterscheidet zwei Arten der Erkrankung. Bei der sogenannten primären Hyperhidrose liegt eine Fehlfunktion der Schweißdrüsen vor, sie sind überaktiv. Die Betroffenen produzieren im Vergleich zu gesunden Menschen die rund fünffache Menge an Schweiß. Zum Beispiel an den Händen, Achseln aber auch am Kopf, Rumpf oder den Füssen.

Bei der sekundären Hyperhidrose liegt eine Grunderkrankung vor, sie kann zum Beispiel die Folge einer Diabetes sein oder durch Übergewicht (Adipositas) entstehen. Aber auch eine Schilddrüsenfehlfunktion, die Wechseljahre oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten können zu der Krankheit führen.

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Zu den gängigsten Methoden zählen Botoxinjektionen. Dazu wird mit feinen Kanülen Botolinumtoxin unter das betroffene Areal gespritzt. Die Behandlung muss etwa alle sechs Monate wiederholt werden, die Kosten liegen bei jeweils etwa 500 Euro. Weitere Möglichkeiten sind die sogenannte Saugkürretage oder die Laserlipolyse. Dabei werden über zwei bis drei Hauteinstiche Schweißdrüsen im Achselbereich entfernt. Beides sind chirurgische Eingriffe mit den damit verbundenen Risiken.

Schwitzen in der Sonne

Sanfte Methode verspricht dauerhaften Erfolg gegen das Schwitzen

Eine nicht operative und dauerhafte Alternative bietet die Behandlung mit gezielter, elektromagnetischer Energie (Mikrowellen). Dabei werden die Schweißdrüsen mit präzise gesteuerter, elektromagnetischer Energie  (Mikrowellen) bestrahlt. Vor der etwa einstündigen Behandlung wird der entsprechende Achselbereich markiert und mit einem lokalen Anästhetikum betäubt.

Danach wird ein Handstück nach einer genau festgelegten Vorgangsweise abschnittsweise über den markierten Bereich geführt, die Haut angesaugt und Energie abgegeben. Die Wärmeentwicklung von cirka 60 Grad wird durch ein hydrokeramisches Kühlsystem direkt auf die Hautschicht gelenkt, in der Schweißdrüsen sitzen.

Nach ein paar Sekunden setzt die Zellthermolyse ein und die Schweißdrüsen sterben ab. Einmal zerstörte Schweißdrüsen regenerieren sich nicht mehr, daher ist das Ergebnis bleibend. In der Regel sind ein bis zwei Behandlungen nötig.

Die Nebenwirkungen sind nach Aussagen von behandelnden Ärzten minimal. Es kommt zu vorübergehenden Rötungen, blauen Flecken oder Druckempfindlichkeit – all das klingt nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. Die Patienten können unmittelbar im Anschluss an die Behandlung ihrem gewohnten Alltag folgen – es gibt keine Ausfallzeit. Bei den Treatments kommt unter anderm das miraDry-System zum Einsatz. Es ist eine Thermolyse-Methode, die eine FDA Zulassung hat. Kosten der Behandlung cirka 1.800 Euro.

Titelfoto: iStock.com/AleksandarNakic

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