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Meditation lernen mit Street Zen

Nach den hoffentlich besinnlichen und relaxten Tagen beginnt für viele jetzt wieder der stressige Alltag. Das Gefühl immer schneller leben zu müssen macht uns krank. Wir überfordern uns, verlieren den Blick für das Wesentliche. Langsam wächst die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen sollte. Wie kann man Meditation lernen?

Qi Gong, Thai Chi oder Feldenkreis – um dem Wunsch nach einer Auszeit ein Stück näherzukommen, lassen manche nichts unversucht. Nicht alle Methoden sind allerdings praktikabel und alltagstauglich. Ganz anders: Street Zen, mit dem der Amerikaner Issan Dorsey die klassische Meditations-Praxis buchstäblich auf die Straße geholt hat und zeigt, wie man Meditation lernen kann.

Zen gilt als Glücksformel, um gelassener zu werden, dient zur Stressbewältigung und letztendlich dazu, mit sich im reinen zu sein. Zen Meditation beinhaltet eine bestimmte Einstellung dem Leben gegenüber, die auf das „Hier und Jetzt“ gerichtet ist. In der Zen Meditation geht es darum, sich all die tausend Gewohnheiten des Alltags bewusst zu machen, indem man „achtsam“ ist, das heißt, sich ausschließlich auf auf den Augenblick zu konzentrieren und nicht auf das, was zuvor geschehen ist oder hinterher passieren wird. Dazu muss man in Achtsamkeitsübungen vor allem lernen, seine Gedanken zu bändigen; sie kommen und wieder gehen zu lassen, ohne sie zu bewerten oder daran festzuhalten – eine der schwierigsten Übungen überhaupt.

Mit Ritualen Meditation lernen

Meditation lernen in der NaturRituale erleichtern das Ganze. Allerdings: Die langwierigen Sitz- und Gehmeditationen, wie sie in japanischen Zenklöstern und auch bei uns in Zen-Centren gelehrt werden, sind nicht jedermanns Sache. Um Zen Meditation zu erfahren gibt es aber auch andere Wege, die auf westliche Bedürfnisse zugeschnitten sind und sich locker in den Alltag integrieren lassen. Zum Beispiel die „Meditaion des Gehens“ – sie lässt sich zeit- und ortsunabhängig überall ausüben: im Park ebenso wie auf dem Asphalt, in U-Bahn-Schächten oder auf dem Weg zum Job.

Mit Achtsamkeitsübungen langsamer werden

Street Zen ist eine Verquickung äußerlich sichtbarer Bewegung mit innerer Stille und deshalb asiatischen Kampfsportarten wie Kendo oder Aikido ähnlich. Auch Street Zen muss man sich geduldig erarbeiten – mit Technik und unzähligen Wiederholungen. 10 bis 15 Minuten täglich wären ideal. Dabei wird nur dem Gehen die ungeteilte Aufmerksamkeit gewidmet; alle Sinne werden auf die stets gleichförmige Bewegung gelenkt – bis sie sich verselbstständigt hat.

Der Einsteiger ertastet sich zunächst barfuß die Welt. Wie fühlt sich das Gras an, Moos, Lehm oder Sand?  Beim Gehen ganz bewusst von der Ferse zu den Zehen abrollen und im nächsten Schritt den Atem miteinbeziehen. Schwingt er bis zum Zwerchfell? Zur Kontrolle Hand auf den Bauch legen. Beim Atmen eventuell mitzählen: vier Schritte beim Ausatmen, drei Schritte beim Einatmen. Jeder in seinem Rhythmus. (Faustregel: Das Ausatmen ist länger als das Einatmen). Um von Häusern, Bäumen, Menschen nicht abgelenkt zu werden: Augen halb öffnen und etwa ein bis zwei Meter vor sich auf den Boden richten. Nur Gehen und Atmen interessieren, nichts anderes…

Aufmacherfoto: Simon Migaj, Foto: Motoki Tonn

 

 

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