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Schönheit in Zeiten von Social Media! Was ist schön?

Was bedeutet eigentlich Schönheit, was sind Schönheitsideale und wer bestimmt, was als hübsch oder hässlich gilt? Eine Frage der modischen Trends, sagen die einen. Für andere ist es die zeitlose Symmetrie der Gesichtszüge und des Körpers. Ein Diskurs über Trends und Tendenzen mit einem spannenden PODCAST-Interview.

Die perfekte Nase, der perfekte Mund, die perfekten Körpermaße – die jeweiligen Schönheitsidealideale sind heute käuflich.  So kann aus einem Menschen eine lebende Barbie werden – Valeria Lukyanowa macht es vor. Und wie die sozialen Medien Einfluss auf die Wahrnehmung von Schönheit nehmen ist immer öfter auch Thema in der Ästhetischen Medizin. Also, was ist überhaupt schön und was sind Schönheitsideale in Zeiten von Social Media?

Der Körper ist der Schnelllebigkeit und Beliebigkeit der Mode unterworfen, und Schönheit nach Maß ist (auch medial) allgegenwärtig. Das kann kurzzeitig faszinierend sein, ist im Ganzen aber langweilig und mainstreamig: Je alltäglicher die üblichen Schönheitsideale werden, desto schneller verliert sie auch ihren Reiz.

Schönheitsideale versus Natürlichkeit

Da wundert es nicht, dass es Gegentrends zum schön operierten Körper gibt. „Das ist zum einen die Natürlichkeit als neues Auszeichnungsmerkmal“, erklärt die Dermatologin Dr. Elisabeth Schuhmachers. Aussehen, als sei man ungeschminkt und vor allem nicht mit Botox oder Fillern behandelt, dass ist aus ihrer Praxiserfahrung ein neuer Trend und passt auch zu den Einschätzungen vieler Kollegen. Vor allem die Proportionen und Konturen eines Gesichts entscheiden darüber, ob jemand als attraktiv empfunden wird. „Natürlichkeit ist der neue Standard. Dementsprechend sollen Gesichter auch nach einem operativen Eingriff möglichst ‚ungemacht’ aussehen.“

“Für mich ist Schönheit außerdem ein Gefühl und das hat nicht unbedingt nur etwas mit dem Äußeren zu tun. Wenn sich Menschen nicht von innen heraus schön fühlen, können sie das nach außen auch nicht ausstrahlen”, so die Dermatologin. Das bestätigt auch die neueste Frauenstudie von Eucerin: “Je wohler sich Frauen in ihrer Haut fühlen – und zwar physisch wie psychisch -, desto selbstsicherer und selbstbewusster werden sie.”

Individualität als Schönheitsideal

Neben dem Trend zur Natürlichkeit beobachten Kultur- und Zukunftsforscher seit einiger Zeit auch den Trend zur Individualität. Nach diesen Erkenntnissen gibt es nicht mehr das eine Schönheitsideal, wie es etwa Brigit Bardot in den 60er Jahren verkörperte. Vor allem in der Facebook-und Instagram-Generation gilt eher derjenige als schön, der sich ständig wandelt. Alles, was zum Hingucken reizt wird positiv bewertet – auch wenn es eigentlich gar nicht schön ist, sondern in erster Linie auffällig.

Schönheitsideale in Zeiten von Social Media

Viele Ärzte beobachten zunehmend, dass junge Frauen mit bildbearbeiteten Selfies als Vorbild in seine Praxis kommen. “Die Menschen streben ein hohes Maß an Individualisierung an und wollen auf den ersten Blick sehr attraktiv aussehen.” Manche gehen sogar soweit von digitalem Exibitionismus zu sprechen, wobei Jugendliche mögliche Gefahren eines Eingriffs ausblenden. “Virtuelle Schönheit ist nicht medizinische Realität”, betont Dr. Schuhmachers, “weshalb die intensive Beratung durch seriöse Ärzte besonders wichtig ist.” Ein Grund, warum auch wir immer wieder berichten und nur mit seriösen Ärzten Interviews führen.

Auch Kerstin Hardt, Expertin und Lifecoachin für Stressmanagement betont im Rahmen der Interviews zur Eucerin Frauenstudie 2021 auf die Frage: Ist Social Media der neue Spiegel? “Social Media ist Fluch und sehen zugleich. Durch diese soziale Medienlandschaft wird natürlich auch enormer Druck aufgebaut. Mein Tipp: raus aus der übertriebenen Perfektion. Lieber mal wieder den Blick nach innen richten und auch gerne mal wieder in den eigenen Spiegel schauen.”

Aufmacherfoto: Josh Rose, Foto: David Emirich

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