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Schönheit in Zeiten von Social Media! Was ist schön?

Was bedeutet eigentlich Schönheit, was sind Schönheitsideale und wer bestimmt, was als hübsch oder hässlich gilt? Eine Frage der modischen Trends, sagen die einen. Für andere ist es die zeitlose Symmetrie der Gesichtszüge und des Körpers. Ein Diskurs über Trends und Tendenzen.

Die perfekte Nase, der perfekte Mund, die perfekten Körpermaße – die jeweiligen Schönheitsidealideale sind heute käuflich.  So kann aus einem Menschen eine lebende Barbie werden – Valeria Lukyanowa macht es vor. Und wie die sozialen Medien Einfluss auf die Wahrnehmung von Schönheit nehmen war gerade sogar ein Top-Thema auf dem Jahreskongress der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) in München. Also, was ist überhaupt schön und was sind Schönheitsideale in Zeiten von Social Media?

Der Körper ist der Schnelllebigkeit und Beliebigkeit der Mode unterworfen, und Schönheit nach Maß ist (auch medial) allgegenwärtig. Das kann kurzzeitig faszinierend sein, ist im Ganzen aber langweilig und mainstreamig: Je alltäglicher die üblichen Schönheitsideale werden, desto schneller verliert sie auch ihren Reiz.

Schönheitsideale versus Natürlichkeit

Selfie und SelbstwahrnehmungDa wundert es nicht, dass es Gegentrends zum schön operierten Körper gibt. „Das ist zum einen die Natürlichkeit als neues Auszeichnungsmerkmal“, erklärt die Dermatologin Dr. Tatiana von Bayern. Aussehen, als sei man ungeschminkt und vor allem nicht mit Botox oder Fillern behandelt, dass ist aus ihrer Praxiserfahrung ein neuer Trend und passt auch zu den Einschätzungen der Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie Dr. Caroline Kim. In ihrem Vortrag „The Perfection of Nature – die Formel der Schönheit“ beschreibt sie, dass vor allem die Proportionen und Konturen eines Gesichts darüber entscheiden, ob jemand als attraktiv empfunden wird. „Natürlichkeit ist der neue Standard. Dementsprechend sollen Gesichter auch nach einem operativen Eingriff möglichst ‚ungemacht’ aussehen.“

 

Individualität als Schönheitsideal

Neben dem Trend zur Natürlichkeit beobachten Kultur- und Zukunftsforscher seit einiger Zeit auch den Trend zur Individualität. Nach diesen Erkenntnissen gibt es nicht mehr das eine Schönheitsideal, wie es etwa Brigit Bardot in den 60er Jahren verkörperte. Vor allem in der Facebook-und Instagram-Generation gilt eher derjenige als schön, der sich ständig wandelt. Alles, was zum Hingucken reizt wird positiv bewertet – auch wenn es eigentlich gar nicht schön ist, sondern in erster Linie auffällig. Ein Beispiel dafür ist die Karriere des Models Winni Harlow. Als Kind wurde sie wegen der Pigmentstörung Vitiligo als Kuh oder Zebra bezeichnet, heute ist sie ein international erfolgreiches Model.

Schönheitsideale in Zeiten von Social Media

Der diesjährige Kongresspräsident der VDÄPC, Dr. Dominik von Lukowicz beobachtet zunehmend, dass junge Frauen mit bildbearbeiteten Selfies als Vorbild in seine Praxis kommen. “Die Menschen streben ein hohes Maß an Individualisierung an und wollen auf den ersten Blick sehr attraktiv aussehen.” Dr. von Lukowicz geht sogar soweit von digitalem Exibitionismus zu sprechen, wobei Jugendliche mögliche Gefahren eines Eingriffs ausblenden. “Virtuelle Schönheit ist nicht medizinische Realität”, betont der Plastische Chirurg, “weshalb die intensive Beratung durch seriöse Ärzte besonders wichtig ist.” Ein Grund, warum auch wir immer wieder berichten und nur mit seriösen Ärzten Interviews führen.

Und noch etwas wurde auf dem Jahreskongress der VDÄPC kommuniziert: Immer mehr Menschen entscheiden sich für sanfte, minimalinvasive Methoden, wenn sie ihr Aussehen optimieren möchten. Denn eines ist klar: Wir alle wollen möglichst lange so aussehen, wie wir uns fühlen, und das sind laut Umfragen im Schnitt 15 Jahre weniger, als es in unserem Pass dokumentiert ist.

Aufmacherfoto: Josh Rose, Foto: David Emirich

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