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Schönheit in Zeiten von Social Media! Was ist schön?

Was bedeutet eigentlich Schönheit, was sind Schönheitsideale und wer bestimmt, was als hübsch oder hässlich gilt? Eine Frage der modischen Trends, sagen die einen. Für andere ist es die zeitlose Symmetrie der Gesichtszüge und des Körpers. Ein VIDEO-Interview über Trends und Tendenzen mit Dr. Sonja Sattler, Geschäftsführerin der Rosenpark Klinik in Darmstadt.

Die perfekte Nase, der perfekte Mund, die perfekten Körpermaße – die jeweiligen Schönheitsidealideale sind heute käuflich.  So kann aus einem Menschen eine lebende Barbie werden – Valeria Lukyanowa macht es vor. Und wie die sozialen Medien Einfluss auf die Wahrnehmung von Schönheit nehmen ist immer öfter auch Thema in der Ästhetischen Medizin. Also, was ist überhaupt schön und was sind Schönheitsideale in Zeiten von Social Media?

“Die meisten Menschen empfinden viele gleiche Dinge als schön. Schönheit ist ein Instinkt und es geht uns besser, wenn wir uns mit schönen Dingen umgeben. Das Ziel der Ästhetischen Medizin ist es, aus jedem das Beste herauszuholen”, erklärt Dr. Sattler.

Heute ist der Körper der Schnelllebigkeit und Beliebigkeit der Mode unterworfen, und Schönheit nach Maß ist (auch medial) allgegenwärtig. Das kann kurzzeitig faszinierend sein, ist im Ganzen aber langweilig und mainstreamig: Je alltäglicher die üblichen Schönheitsideale werden, desto schneller verliert sie auch ihren Reiz.

Schönheitsideale versus Natürlichkeit

Da wundert es nicht, dass es Gegentrends zum schön operierten Körper gibt. „Das ist zum einen die Natürlichkeit als neues Auszeichnungsmerkmal“, so Dr. Sattler. Aussehen, als sei man ungeschminkt und vor allem nicht mit Botox oder Fillern behandelt, dass ist aus ihrer Klinikerfahrung ein Trend und passt auch zu den Einschätzungen vieler Kollegen. Vor allem die Proportionen und Konturen eines Gesichts entscheiden darüber, ob jemand als attraktiv empfunden wird. „Natürlichkeit ist der neue Standard. Dementsprechend sollen Gesichter auch nach einem Eingriff möglichst ‘ungemacht’ aussehen.”

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“Ein weiterer Trend ist heute die ‘dicke Lippe’, schmal ist out. Wenn man von Natur aus eine schmale Lippe hat, können wir sie nicht in einer Behandlung zu einer volleren Lippe machen. Das würde immer unnatürlich aussehen. Was wir außerdem niemals ändern können ist die Breite eines Mundes”, betont die Ärztin.

“Für mich ist Schönheit außerdem ein Gefühl und das hat nicht unbedingt nur etwas mit dem Äußeren zu tun. Wenn sich Menschen nicht von innen heraus schön fühlen, können sie das nach außen auch nicht ausstrahlen”, so Dr. Sattler.

Individualität als Schönheitsideal

Neben dem Trend zur Natürlichkeit beobachten Kultur- und Zukunftsforscher seit einiger Zeit auch den Trend zur Individualität. Nach diesen Erkenntnissen gibt es nicht mehr das eine Schönheitsideal, wie es etwa Brigit Bardot in den 60er Jahren verkörperte. Vor allem in der Facebook-und Instagram-Generation gilt eher derjenige als schön, der sich ständig wandelt. Alles, was zum Hingucken reizt wird positiv bewertet – auch wenn es eigentlich gar nicht schön ist, sondern in erster Linie auffällig.

Schönheitsideale in Zeiten von Social Media

Viele Ärzte beobachten zunehmend, dass junge Frauen mit bildbearbeiteten Selfies als Vorbild in seine Praxis kommen. “Die Menschen streben ein hohes Maß an Individualisierung an und wollen auf den ersten Blick sehr attraktiv aussehen.” Manche gehen sogar soweit von digitalem Exibitionismus zu sprechen, wobei Jugendliche mögliche Gefahren eines Eingriffs ausblenden. “Virtuelle Schönheit ist nicht medizinische Realität”, betont die Ärztin, “weshalb die intensive Beratung durch seriöse Ärzte besonders wichtig ist.”

“Man kann tatsächlich sagen, dass die Sozialen Medien zu einer Veränderung im gesamten Bereich der Ästhetischen Medizin geführt haben. Junge Frauen wünschen sich häufig auch Prä-Juvenation. Diesen Wunsch kann man gut erfüllen, ohne das die Patientinnen ihren individuellen Ausdruck verlieren. Manchmal muss man allerdings auch die Bremese ziehen, wenn jemand zuviel möchte. Insgesamt kann ich aus meiner Erfahrung allerdings sagen, dass ästhetische Behandlungen in der Regel das Selbstwertgefühl steigern”, erklärt Dr. Sattler.

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Aufmacherfoto: Josh Rose, Foto: David Emirich

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