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Was tun, wenn Unterspritzungen schief gehen?

Auch bei Unterspritzungen können Komplikationen auftreten. Wir haben darüber im VIDEO-Interview mit Dr. Sonja Sattler gesprochen. Sie ist Mitbegründerin der Rosenpark Klink und blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung zurück.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Probleme bei Unterspritzungen mit Fillern?

“Zum einen sieht man zum Teil groteske Überkorrekturen, was daran liegt, dass zu oft und zu viel Material injiziert wird. Wird der Filler nicht fachgerecht injiziert, kann es nicht nur zu schlechten Ergebnissen und unnötigen blauen Flecken, sondern auch zu medizinischen Komplikationen kommen.”

Dr. Sonja Sattler: “Üblicherweise werden die Filler bis auf den Knochen injiziert, wo Gefäße, Venen, Arterien und Nerven entlangziehen und somit ein sehr gutes anatomisches Wissen gefragt ist. Besonders die Unterspritzung mit Hyaluron soll nicht von Kosmetikern durchgeführt werden, sondern ausschließlich von gut ausgebildeten Ärzten.”

https://www.youtube.com/watch?v=wBO7IGbgdBk

“Sehr problematisch ist es, wenn beispielsweise in ein Gefäß injiziert wird, welches dann blockiert ist. Dann kann die Netzhaut des Auges nicht mehr versorgt werden und eine Erblindung tritt ein. Aus diesem Grund sollte man eine Unterspritzung nur bei Ärzten durchführen lassen, die diese Behandlungen routinemäßig durchführen und sich stetig weiterbilden. Auch junge Ärzte werden lange von erfahrenen Ärzten ausgebildet und üben täglich, um später ebenfalls behandeln zu können.”

Injektion auf der Stirn einer Frau

Was kann passieren?

“Unschöne Unterspritzungen oder Überkorrekturen durch zu viel Hyaluronsäure sind bei korrekter Injektionstechnik eher harmlos, da der Körper den Filler von alleine wieder abbaut. Hyaluronsäure kann man zudem mit dem Gegenmittel Hylase wieder auflösen. Ein großes Problem ist dagegen eine intravaskuläre Injektion, also eine Injektion in ein Gefäß. Ein Gefäß gewähreistet die Blutzufuhr oder das Abfließen von Blut. Wenn dies durch das Fillermaterial blockiert wird, tritt eine Unterversorgung im Folgebereich auf und es kann im besten Fall nur zu einem blauen Fleck kommen oder im schlimmsten Fall zu Hautnekrosen und anschließend Narben führen. Gerade Nasenunterspritzungen sind ein schwieriges Gebiet, da dort die Gefäßversorgung für die ganze Stirn entlangläuft.”

Wie kann man sich schützen?

“In erster Linie durch die Wahl des richtigen Arztes. Patienten sollten sich erkundigen, wie häufig ein Arzt unterspritzt – idealerweise täglich – und, welche medizinische Ausbildung er hat. Chirurgische und anatomische Kenntnisse des Arztes sind wichtig, da sie das Risiko von Injektionspannen von vornherein minimieren. Und sollte es doch zu Problemen kommen, können entsprechend ausgebildete Ärzte damit routinierter umgehen. Je qualifizierter der Arzt, desto unwahrscheinlicher ist es außerdem, dass er minderwertige Produkte einsetzt.  In Deutschland ist es zwar auch Heilpraktikern erlaubt Filler zu injizieren, da diese nicht zur klassischen Medikation gehören, jedoch ist davon definitiv abzuraten, da es Heilpraktikern an den anatomischen Kenntnissen fehlt und sie in diesem Bereich kaum Weiterbildungsmöglichkeiten haben.”

Gibt es weitere Gründe dafür, sich nur von ausgebildeten Medizinern behandeln zu lassen?

Rosenpark Klinik: Eine international anerkannte Premiummarke rund um die Themen Schönheit, Wohlgefühl und Ästhetische Medizin mit 20jähriger Expertise.

“Verantwortungsvolle Ärzte betrachten niemals das ästhetische Problem isoliert, sondern erkunden im Rahmen der Anamnese, ob es Erkrankungen gibt oder Medikamente eingenommen werden, die im Zusammenhang mit der Unterspritzung zu Problemen führen können. Ein guter Arzt wird sich außerdem Zeit für eine Gesichtsanalyse nehmen und mit dem Patienten ein entsprechendes Behandlungskonzept besprechen. Dann sollte man natürlich darauf achten, dass er auch mögliche Bedenken ernst nimmt und außer Standards wie Nasolabialfalten- oder Lippenunterspritzungen noch weitere Ansätze bietet, die ein individuelles Eingehen auf das Gesicht überhaupt erst ermöglichen.”

Gibt es auch so etwas wie eine Notfallsituation?

“Wenn der Filler in ein Gefäß injiziert wird, kann es zu einem Notfall, in diesem Fall zu einem Gefäßverschluss kommen. Hier ist schnelles Handeln gefordert, da das Bindegewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Für diese Fälle gibt es sowohl in der Rosenpark Klinik als auch in der Bellari ein ‘Notfallkit’. Dieses besteht aus dem Enzym Hyaluronidase, welches im natürlich im Körper vorkommt und die Hyaluronsäure abbaut.”

Das hört sich ziemlich dramatisch an. Woran erkennt man diese Notsituation?

“Die Hautverfärbungen verändern sich in Stufen von blass bis bläulich-violett, allerdings sind diese für Laien nur schwer zu beurteilen. Auch hier ist es daher wichtig, sich auf einen erfahrenen und routinierten Arzt verlassen zu können. Bei erfahrenen Ärzten kommen Gefäßverschlüsse zwar so gut wie gar nicht vor, grundsätzlich hat man aber die Sicherheit, dass sie mit jeder Komplikation umgehen können.”

Foto: SvetlanaFedoseyeva/Shutterstock.com

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