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Olaplex im Test: Was kann es wirklich?

Wunder? Nein. Effekt? Oh là là. Ich bin eine der Frauen, die lange Haare hat, sie aber so gut wie nie offen trägt. Warum? Weil mich Föhnen nervt, Lockenwickler auch und überhaupt, weil die langen Haare einem ständig im Gesicht rumfliegen. Trotzdem liebe ich meine langen Haare – klar, oder? Und ich pflege sie, so gut ich nur kann. Daher bin ich sehr neugierig, ob Olaplex, die als Haarpflegesensation und -revolution beworben wird, auch das hält, was es verspricht. 

Olaplex soll immerhin geschädigtes Haar im Inneren dauerhaft reparieren. Klingt für mich Skeptikerin erstmal so glaubwürdig wie das Versprechen von Cremes, die tiefe Falten ausbügeln sollen. Funktionieren soll das so: Der in Olaplex enthaltene Aktivstoff dient als Bindungsverstärker und wirkt wie eine Art Klebstoff: Gebrochene Disulfidbrücken (biochemische Verbindungen) im Haar, die beim Färben und Stylen beschädigt werden, sollen repariert und gekräftigt, quasi neu zusammengeklebt werden. Dabei gibt es drei Phasen: zwei beim Friseur, eine als Nachbehandlung für zuhause. So, ich bin gespannt und freue mich auf meinen Test bei Thomas Kemper in München.

Die freundliche junge Friseurin führt mich einmal an einem wunderschönen Baum (Kirschblüte!) in der Raummitte vorbei ans Waschbecken und los geht‘s. Sie richtet die erste Phase her, trägt sie auf mein Haar auf und lässt sie etwa fünf Minuten einwirken. Das Olaplex hat keinerlei chemischen Nebengeruch, was ich angenehm finde. Apropos Geruch – Olaplex kann auch beim Färben beigemischt werden, um das Haar zu schonen.

Olaplex soll Haare dauerhaft reparieren

Weiter geht es mit Phase zwei, die zu dauerhaft repariertem Haar führen soll und direkt auf Phase eins aufgetragen wird. Hier dauert es schon länger: dreißig Minuten ist die Einwirkzeit, lange genug also, um von der Expertin alles über Olaplex zu erfahren. Wunder solle ich keine erwarten, sagt sie, aber auf jeden Fall könne ich mich auf einen tollen Effekt freuen. Auf keinen Fall dürfe man die Behandlung als reine Kur sehen – und prompt bekomme ich nach dem Ausspülen noch eine Pflegepackung einmassiert. Dann geht es zurück an den Platz. 

Der Run auf Olaplex habe wieder etwas nachgelassen, sagt die Stylistin, die meine Haare jetzt glatt föhnt. Empfohlen wird es etwa alle drei Monate. Auch gäbe es inzwischen Vergleichbares von anderen Firmen – zum Beispiel Magic Bond von Loréal. Gespannt schaue ich in den Spiegel und halte nach der Verwandlung Ausschau. Und tatsächlich: Die glattgeföhnten Haare wirken sehr schön und sehr gesund. Allerdings, das überrascht mich, fühlen sie sich nicht seidenweich an – eher kräftig und etwas dicker. 

Dann freue ich mich als (zumindest im Alltag) Föhn- und Stylingverweigerin noch ganz besonders, als aus den glatten Haaren lässige Beach Waves gezaubert werden. Und mein Urteil steht fest: gerne das nächste Mal wieder Oh là là plex!

Text: Dr. Daniela Otto

Aufmacherfoto: alex-holyoake/unsplash

Fotos: intern/Marina Jagemann

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