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Hormone – körpereigene Jungmacher?

Ohne sie läuft gar nichts im Körper: Hormone. Als eiweißartige Botenstoffe sorgen sie dafür,  dass alle Zellen des Körpers reibungslos miteinander kommunizieren können. Sie steuern das Wachstum, wachen über unseren Schlaf, machen Lust auf die Lust, zaubern schöne, pralle Haut (aber leider auch Fältchen und Unreinheiten) und beeinflussen unsere Gefühle.

Hormone sind ein hochpotentes Doping für jedes Organ – und die Wächter über ein sehr fragiles System. Schon ein kleiner Mangel oder eine geringe Überproduktion können den gesamten Stoffwechsel durcheinander bringen. Die wichtigsten Botenstoffe und was sie für Body & Soul tun können:

Hormone für glatte Haut: Östrogen

Zahnimplantate, Implantologie, Zahnersatz, Knochenaufbau, schöne Zähne, Marina JagemannÖstrogen ist das Hormon der Weiblichkeit. Hergestellt wird es in den Eierstöcken. Wobei es das Östrogen gar nicht gibt. Mehr als 30 verschiedene Östrogene kreisen in unserem Körper, Östradiol (auch Estradiol) ist das wichtigste. Östrogene stimulieren die Knochenreifung,  schützen so auch vor Osteoporose (Abbau von Knochenmasse) und polstern das Bindegewebe durch verstärkte Wassereinlagerung auf – das sorgt für glatte, straffe Haut. Bereits ab Anfang 30 nimmt die Produktion von Östrogenen ab, ab dem 40. Lebensjahr geht sie deutlich zurück. Östrogene sorgen auch für durchlässige Arterien und schützen somit vor Herzinfarkt. Frauen vor der Menopause sind deshalb so gut wie nie davon betroffen, nach dem Klimakterium sind jedoch Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen – weit vor Krebs übrigens. Neben der natürlichen Schutzfunktion des Östrogens sorgt das Hormon auch für guten Schlaf und beugt Depressionen vor.

Therapie: Über die Haut mit Östrogen-Gel oder Pflastern, Dosierung individuell.

Alternative: täglich  80 bis 120 mg Phytoöstrogene aus Soja in Kapselform, 500 ml Soja-Milch oder 200 g Tofu.

Seelisch ausgeglichen: Progesteron

Progesteron ist das zweite wichtige Hormon für den weiblichen Zyklus. Es tritt besonders in der Phase nach dem Eisprung auf den Plan. Sei Name bedeutet „für die Schwangerschaft“ – und ist Programm. Denn zusammen mit dem Östrogen soll das Progesteron dafür sorgen, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut optimal einnisten kann. Das Progesteron sorgt auch dafür, dass sich die Körpertemperatur nach dem Einsprung um ein viertel bis halbes Grad bis zum Zyklusende erhöht. Progesteron hat übrigens einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden, denn es stimuliert die Bildung von schmerz stillenden und ausgleichenden Botenstoffen im Gehirn, umhüllt die Nervenfasern mit einer Art Schutzmäntelchen und hat zudem eine positive Wirkung auf den Schlaf. Progesteron schützt außerdem vor Gefäßerweiterungen wie Couperose, Besenreisern und Krampfadern. Außerdem soll es an dem Phänomen beteiligt sein, dass manche Frauen in den Wechseljahren plötzlich schnarchen. Experten gehen davon aus, dass das nicht mehr produzierte Progesteron die Atmung beeinträchtigt.

Therapie: Natürliches Progesteron in Form von Kapseln zum Schlucken oder über die Haut als Gel bzw. intravaginal. Dosierung individuell.

Lust auf Liebe: Androgene

Androgene wie der Männer-Macher Testosteron stecken in kleineren Mengen auch im weiblichen Körper – und haben dort wie alle Hormone entscheidende Aufgaben. Tetosteron pusht die Lust auf die Liebe, fördert den Aufbau von Muskulatur, wirkt straffend auf die Haut und beugt Cellulite vor. Es sorgt für Durchsetzungskraft, Entschlossenheit, Mut und kann im Überschuss aber auch zu Aggressionen führen

Testosteron schützt das Immunsystem, ist wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen und der Knochen, wirkt gegen Depressionen und schützt vor Alzheimer sowie Herz-Kreislauferkrankungen.

Therapie: Testosteron-Gel, -Depotspritzen oder –Pflaster, Dosierung individuell.

Alternative: täglich  80 bis 120 mg Phytoöstrogene aus Soja in Kapselform, 500 ml Soja-Milch oder 200 g Tofu.

Gute Laune Hormon: Serotonin

Im Laufe des Lebens erkrankt jeder fünfte Mensch an Depressionen – unabhängig von Kultur und Lebensstandard. Häufig ist ein Mangel an Serotonin daran schuld. Der Botenstoff wird deshalb oft auch als Happy-Hormon bezeichnet. Es ist der Gegenspieler des Stresshormons Cortisol, das die Immunabwehr schwächt, die Zellen angreift und – bei chronischem Stress- sogar Depressionen, Angstzustände und Aggressivität auslösen kann. Serotonin ist außerdem wichtig für den Schlafrhythmus, den Appetit, das Gedächtnis und die Lernfähigkeit. Aber auch Suchtverhalten (Alkohol/Tabletten), Stress, Übergewicht, Migräne und das prämenstruelle Syndrom (PMS) sind häufig mit einem zu niedrigen Spiegel des Glücks-Botenstoffs verbunden. Das häufigste Anzeichen für einen Serotoninmangel: Heißhunger auf Süßes.

Der Körper stellt Serotonin übrigens aus der Aminosäure Tryptophan her. Unterstützen lässt sich der Prozeß durch Kohlenhydrate auf dem Speiseplan. Denn aus Kohlenhydraten gewinnt der Körper Glukose, der die Umwandlung von Tryptophan in Serotonin noch zusätzlich unterstützt.

Therapie: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (Antidepressiva), Dosierung individuell.

Alternative: täglich 900 mg Johanniskraut-Extrakt oder 100 mg 5-Hydroxytryptophan. Tryptophan steckt auch in magerem Geflügel , Rindfleisch, Thunfisch, Lachs und Makrele sowie in Milch und Hartkäse wie Emmentaler, Gruyère oder Parmesan, Hülsenfrüchten, Erd- und Haselnüssen sowie in Datteln und Bananen.

MONTAG 28.10. MEHR ZUM THEMA UND WIE MAN HORMONWERTE PUSHT!

 

Titelfoto: Les Anderson 

Fotos: Tyler Nix, Ivana Cajina

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