Body Mapping – Hautkrebsvorsorge mit KI

Hautkrebs ist häufig, umso wichtiger: früh hinschauen. Mit Body Mapping gelingt genaus das. Digitale Ganzkörperfotos, KI-unterstützete Analyse – damit werden auch kleinste Veränderungen sichtbar die man sonst leicht übersieht. Hightech trifft dermatologische Expertise – für mehr Präzision, mehr Aufmerksamkeit und eine neue Dimension der Früherkennung.

Leider ist Hautkrebs in vielen Ländern in den vergangenen Jahren häufiger geworden. Das liegt zum einen an veränderten Lebensgewohnheiten aber auch an einer insgesamt höheren UV-Belastung, alternder Bevölkerung und verbesserten Möglichkeiten, Hautkrebs zu erkennen. Die Zahlen verdeutlichen die Dimension des Problems. Nach Angaben der Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, wurden weltweit für das Jahr 2024 rund 15 Millionen neue Hautkrebserkrankungen festgestellt. Auch in Deutschland sind die Zahlen dramatisch: Laut Statistischem Bundesamt sind die Zahlen zwischen 2004 und 2024 um 117 Prozent gestiegen. Fr 2026 werden rund 355.000 Fälle geschätzt.

Die frühzeitige Erkennung von Hautkrebs wird also immer wichtiger. “Dabei geht es nicht allein darum, verdächtige Hautveränderungen zu identifizieren, sondern möglichst auch solche Veränderungen zu erkennen, die sich erst im Verlauf als auffällig erweisen können”, erklärt die Münchner Dermatologin Dr. Susanne Steinkraus. “Genau hier kann Body Mapping einen wichtigen Beitrag leisten. Die systematische fotografische KI unterstützte Dokumentation ermöglicht es den individuellen Hautzustand festzuhalten und später mit neuen Aufnahmen zu vergleichen” so die Ärztin.

Frau mit Licht und Schatten

Wie funktioniert Body Mapping technisch?

Beim Body Mapping in der Hautkrebsvorsorge wird die Haut systematisch erfasst digital dokumentiert und im zeitlichen Verlauf verglichen. Das Ziel: Neue oder veränderte Muttermale möglichst früh zu erkennen – auch dann, wenn sie so klein sind, dass sie mit bloßem Auge leicht übersehen werden.

Technisch kommen dabei hochauflsende Kameras, digitale Bildverarbeitung, spezielle Software und KI zum Einsatz. KI erkennt Hautveränderungen automatisch wieder, vergleicht Bilddaten miteinander oder markiert Stellen, die dermatollogisch genauer untersucht werden sollten. Entscheidend ist also das Zusammenspiel dieser Technologie mit dermatologischer Expertise. “Es entsteht quasi eine Landkarte der Haut. Die einzelnen Aufnahmen werden bestimmten Körperregionen zugeordnet, damit auffällige Stellen später möglichst genau wiedergefunden werden”, erklärt die Dermatologin.

Die Recherche zum Thema Body Mapping hat mich neugierig gemacht. Da ich viele Muttermale habe war für mich auch bisher einmal jährlich Hautkrebsvorsorge Pflicht – allerdings ohne KI. Jetzt erlebe ich in der Praxis von Dr. Susanne Steinkraus das Ganze als Mischung aus Technik Präzision und Ruhe.

Zunächst einmal fühlt es sich an wie bei einem Body Scan am Flughafen – nur das ich unbekleidet bin und von allen Seiten gescannt werde… Das Ergebnis sieht tatsächlich fast aus wie eine Landkarte meines Körpers – viele bräunliche Stellen werden sichtbar.

Im nächsten Schritt werden auffällige Hautstellen markiert und anschließend von der Ärztin mit einem Dermatoskop angeschaut, vergrößert und strukturiert. Die Bilder werden gespeichert und beim nächsten Termin wieder hervorgeholt. Genau das finde ich beeindruckend und beruhigend. Es geht nicht nur darum, was heute auffällig ist, sondern was sich verändert. Und bei all der Technik wird mir klar: KI markiert etwas aber diagnostiziert nicht!

Mein FAZIT: So vielversprechend die technischen Möglichkeiten sind: Die KI ist kein Ersatz für eine qualifizierte dermatologische Untersuchung!

Fotos: Shutterstock

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