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Selbstliebe lernen – diese 7 Tipps helfen dabei

Selbstliebe lernen - eine Frau verwöhnt sich selbst mit Früchten

Austicker, Zornesfalte, trotz Low Carb-Diät ein Kilo zu viel – ich gebe es zu: Ich bin jemand mit Macken, Mäkeln, Ecken und Kanten. Aber egal. Ich liebe mich trotzdem. Und das ist gut so. Kann man Selbstliebe eigentlich lernen?

Ein gesundes Maß an Selbstliebe ist weder narzisstisch noch egoistisch, sondern Voraussetzung für einen achtsamen Umgang mit sich selbst – und anderen. Sieben Gründe, warum es sich lohnt, sich selbst zu lieben und wie man Selbstliebe lernen kann.

1. Selbstliebe lernen weil sie zur Nächstenliebe führt

Social Media und Selbstwertgefühl

Mit der Bibel anzufangen mag etwas hochtrabend sein, es passt aber einfach so gut. Darin steht, dass man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst. Im Umkehrschluss heißt das aber: Wenn man sich selbst nicht liebt, wird es auch schwer mit der Nächstenliebe. Das bestätigt auch die Empathieforschung: Die Gefühle anderer kann nur derjenige nachempfinden, der sie von sich selbst kennt und in sich selbst ausbilden kann. Grund dafür sind Spiegelneurone, die in unserem Gehirn losfeuern, wenn wir andere beobachten. Die Neuronen „spiegeln“ dann eben die wahrgenommenen Gefühle. Mitgefühl kann man durch einen achtsamen Umgang mit sich selbst, zum Beispiel durch Meditation, trainieren. Je mehr Sie in und für sich selbst fühlen, desto mehr fühlen Sie auch für Ihre Mitmenschen.

2. Weil Sie sind, was Sie denken

Wer wären Sie ohne negative Gedanken? Ein glücklicher Mensch! Meist sind es nicht die Umstände oder andere Menschen, die uns belasten – sondern nur unsere eigenen Gedanken darüber. In der Psychoanalyse hat sich daher ein auf Byron Katie zurückgehender Therapieansatz entwickelt, bekannt als „The Work“. Das Prinzip: Negative Gedanken identifizieren und diese auf den Prüfstand stellen. Die vier grundsätzlichen Fragen lauten dabei:

1. Ist das wahr?

2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?

4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

Probieren Sie es aus. Zerbrechen Sie sich nicht über alles den Kopf, schon gar nicht über sich selbst. Wir sind, was wir denken. Also denken Sie und seien Sie großartig.

3. Weil Sie sich selbst am besten kennen

Sie wollen die Liebe Ihres Lebens kennenlernen? Dann schauen Sie in den Spiegel. Jeder, der einen neuen Tanzpartner, Masseur oder auch Knutschpartner hat, der weiß, wie lange es dauern kann, bis man sich eingroovt. Warten Sie also nicht darauf, bis andere herausfinden, wann sie wo welche Knöpfchen drücken müssen. Aktivieren Sie gute Hormone durch gezielte Berührungen selbst, denn das geht. Oxytocin, das sogenannte Kuschelhormon, das zum Beispiel beim Sex ausgeschüttet wird und ein Gefühl der Verbundenheit auslöst, kurbeln Sie zum Beispiel auch durch eine sanfte Gesichtsmassage an. Gut eignen sich auch die Arme oder Beine. Oxytocin reduziert Stress, dämpft Aggressivität und fördert Empathie – ein perfekter Anlass also für eine Selbststreicheleinheit – auch ein Weg, Selbstliebe zu lernen.

4. Weil Ihr Wert als Mensch unantastbar ist

Ihre Kollegin hat Mist gebaut, was tun Sie? Vermutlich werden Sie sie trösten. Ihre Bekannte übt sich mehr schlecht als recht im Theaterspielen, was tun Sie? Vermutlich werden Sie sie loben. Oft sind wir zu anderen viel netter als zu uns selbst. Doch das sollte sich ändern. Verzeihen Sie sich Fehler, denn egal, welche Misserfolge, Enttäuschungen oder Rückschläge Sie auch erleben, es ändert nichts an Ihrem Wert als Mensch. Selbstliebe heißt auch, sich selbst für liebenswert und wertvoll zu halten – Selbstliebe kann man lernen.

5. Weil Ihre dunklen Seiten Sie erst zum Strahlen bringen

Die Filmwissenschaften sind sich sicher: Die Schurken sind die spannendsten Figuren. Charaktere, die nur gut sind, sind so langweilig und unerträglich wie Smalltalk an der Bushaltestelle. Selbst Superhelden wie Batman und Bond haben inzwischen Egokrisen – und das macht sie nur spannender. In Breaking Bad wurde der blasse Chemielehrer Walter White auch erst interessant, als er zum Drogenboss mutierte und wer kann dem fiesen Charme von First Lady Claire Underwood in House of Cards widerstehen? Niemand. Spätestens seit Snow White and the Huntsman ist endgültig klar: Schneewittchen mag ja nett sein, so richtig cool ist aber die böse Stiefmutter. Alles gut also, wenn Sie vor Wut auf den Chef am liebsten sein Büro zertrümmern würden. Sie müssen nicht immer die Rolle der Guten spielen, denn die der Bösen macht einfach mehr Spaß. Und ein Hauch divenhafter Boshaftigkeit verleiht Ihnen Charisma.

6. Weil Sie Erfolg haben, so wie Sie sind

Sie haben kein Einser-Abi und auch in der Uni waren Sie eher im Mittelfeld? Macht nichts. Weit wichtiger als der IQ, der Intelligenzquotient, ist die emotionale Intelligenz, kurz EQ. Studien zufolge beruht Erfolg tatsächlich nur zu 20 Prozent auf dem IQ, der Rest kommt vom empathischen Umgang mit anderen, der Voraussetzung für Teamfähigkeit ist. Glauben Sie nicht? Glatte 80 Prozent aller Flugzeugabstürze hätten durch bessere Kommunikation zwischen Piloten und Crew vermieden werden können. Sie können es also locker bis nach oben schaffen, wenn Sie Ihren EQ trainieren: Nehmen Sie sich Zeit für sich und Ihre Freunde, festigen Sie Netzwerke, überdenken Sie Entscheidungen achtsam, nehmen Sie dabei Ihre Gefühle ernst und entspannen Sie sich, denn diese Ruhe strahlen Sie auch positiv auf andere aus.

7. Weil unperfekt das neue perfekt ist

Die Schönheitsforschung besagt, dass vor allem durchschnittliche Gesichter schön sind – man muss also nicht aussehen wie die wenigen Topmodels, um optisch gut anzukommen. Und mehr noch: Gesichter, die so richtig Eindruck hinterlassen, sind alles andere als perfekt: Julia Roberts Mund? Zu groß. Cindy Crawfords Muttermal? Na ja. Christine Lagardes graue Haare? Geschmackssache. Madonnas Zahnlücke? Dito. Lieben Sie sich nicht trotz, sondern wegen Ihrer Mäkel. Diese machen Sie nicht nur einmalig und besonders, sondern auch sympathisch. Denn wer zu perfekt ist, erinnert andere schmerzlich an die eigene Fehlerhaftigkeit und löst bei ihnen das Gefühl aus, nicht mithalten zu können – mit unschönen Folgen: Perfektion erzeugt Aggression. Versöhnen Sie sich also mit sich selbst, Selbstliebe lernen: Immerhin tragen Sie auch zum Weltfrieden bei, wenn Sie kein Dauerlächeln und keine 90-60-90-Maße haben. 

Text: Dr. Daniela Otto

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